Erster Mückentag, Biergarten, 19:30:
Dummerweise hab ich tatsächlich noch kein Anti-Mücken-Spray dabei, sei es aus Vergesslichkeit oder aus Geiz. Das Autan vom letzten Jahr war zwar noch halbvoll, aber warf ich es doch erst letzte Woche in den Mülleimer (hab es mir letztes Jahr nachts ins Auge gerieben und den ganzen nächsten Tag unter der knallroten und schmerzhaft stechenden Bindehautreizung gelitten – jaja, selber Schuld). Die Quittung erfolgte prompt! Von links, rechts, oben und unten, hinten und vorne, überall her kamen diese stechenden, surrenden Blutsauger und labten sich an meinem scheinbar äußerst köstlichen Lebenssaft. Beinah hätte ich sie lachen hören können, voller Häme, „Das nach uns schlagen bringt überhaupt nichts! Denn unser sind viele…“ Dementsprechend zerstochen kam ich heim. Resultat: Unschöne juckende Flecken. Hoffnungsvoll Fenistil Gel draufgerieben – bringt fast nix. Also doch das Soventol Hydrocort ausgraben, die Nacht ohne Kratzen verbracht. Und am nächsten Tag bei 32°C und kurzer Hose: Hässliche, große gerötete Stellen an den Beinen, die zu schreien scheinen: Ja, diese junge Frau hat noch kein Mückenspray.
Zweiter Mückentag, selber Ort, selbe Zeit:
Das Anti-Brumm Naturel in meiner Handtasche fühlt sich gut an, bereit zum Einsatz. So fühlt sich bestimmt auch ein Soldat mit Gewehr im Anschlag. Während ich festen Schrittes auf meine fliegenden Feinde zuschreite, betätige ich bereits das Spray, solange bis mein Körper mit einer glänzenden Schicht überzogen ist, beinah wie glasiert. Ich wusste, der Abend würde schön werden. Mein Freund, der dem ihm neuen Mittel noch nicht in vollem Umfang vertraute ( „Ich lass es dich zuerst testen, immerhin stinkt das“ – zwar nur etwas zitronenartig, aber gut) litt also weiter unter den tückischen Luftangriffen. Und ich – kein einziger Stich, kein neuer roter Fleck, jede Mücke drehte im Flug sozusagen Nase rümpfend um. Resultat: Schadenfreude von meiner Seite, neidische Blicke von der Seinen. Hatte ich erwähnt, dass dies ein schöner Abend wurde…?
Dritter Mückentag, schwül, selber Ort, Zeit weiß ich nicht mehr:
Eines besseren belehrt „salbten“ wir unsere Haut mit unserem neuen Wundermittel. Diesmal noch daheim, und alle beide lächelnd und wohlwissend, dass es wieder ein schöner Abend werden würde, nicht ständig unterbrochen vom sinnlosen Schlagen und Klatschen nach einer Armee von Stechmücken, die niemals besiegt werden kann. Und so war es dann auch. Mit einem mitleidigen, wissendem Grinsen im Gesicht sahen wir den anderen Besuchern zu, wie sie schutzlos ausgeliefert und schimpfend um sich schlugen. Tja, Leute, ab in die Apotheke und Anti-Brumm kaufen, ob die chemische „forte-Version“ oder das natürliche in der grünen Flasche, sei jedem selbst überlassen, nur her damit – bevor ihr euch den Abend im Freien verderben lasst!







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