NeurologieDie Neurologie – die Lehre von der Beschaffenheit und der Funktionsweise des Nervensystems und speziell auch von Erkrankungen des Nervensystems und deren Behandlung – steht aus verschiedenen Gründen vor neuen Herausforderungen.

Zum einen hat die Einführung und Weiterentwicklung neuer diagnostischer Hilfsmittel wie der Kernspintomographie (MRT, fMRI) immer neue Erkenntnisse über Abläufe im Gehirn geliefert. Dank moderner Technik können wir Vorgänge im Gehirn genauer als bisher bestimmten Stellen zuordnen, in Echtzeit beobachten und interpretieren. Dies erlaubt dem Arzt zunehmend eine gezielte Therapie und eine ziemlich genaue Überprüfung des Behandlungserfolges.

Neue Forschungsmethoden in Neurologie und Genforschung haben zu neuen Erkenntnissen über die möglichen Ursachen schwerer Erkrankungen des Nervensystems wie der Parkinsonschen Krankheit (“Schüttellähmung”) und Demenzen geführt. Es besteht aus der Sicht mancher Experten Hoffnung, manche bisher nicht heilbaren Krankheiten künftig heilen oder gar verhindern zu können.

Die Rehabilitation geht teilweise auch neue Wege, beispielsweise mit einer in den USA entwickelten neuen, sehr effektiven nichtmedikamentösen Behandlungmethode für Parkinson. Ebenfalls neu sind Verfahren, die Blinden, Gelähmten und Amputierten mit entsprechenden apparativen Hilfsmitteln und High-Tech-Prothesen eine erheblich höhere Lebensqualität als bisher erlauben. Die Entwicklung solcher Hilfen und Trainingsmethoden muss vorangetrieben werden. Ferner stehen Konzepte wie das Schmerzgedächtnis zunehmend im Vordergrund der Behandlungsstrategien für Schmerzpatienten. Neurologen benötigen einen Überblick über moderne Möglichkeiten, verschiedenste – auch neuropsychologische – Defizite auszugleichen.

Vor allem vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung muss die Neurologie neue Ansätze aufgreifen. Ältere Menschen leiden bekanntlich häufiger unter neurologischen Erkrankungen und benötigen angemessene Hilfe, wozu idealerweise auch ein ganzheitlicher Behandlungsansatz einschließlich psychosozialer Betreuung der Familie gehört. Der klinische Alltag und auch politische Entscheidungen in Gebieten wie Gentechnologie und Transplantationsmedizin bringen zudem immer neue ethische Fragestellungen mit sich, die auch die Neurologie berühren.

Mit der rasanten Entwicklung in der Medizin Schritt zu halten, wird immer aufwändiger. Ständige Neuerungen machen für alle Berufsgruppen dieses Bereichs die regelmäßige Teilnahme an einer aktuellen Fortbildung Neurologie unabdingbar. Vor allem um die Möglichkeiten und Grenzen neuer Verfahren zutreffend beurteilen zu können, muss man sich möglichst gründlich über komplizierte Zusammenhänge informieren. Fortwährenden Änderungen unterworfene Qualitätsstandards und Dokumentationsvorschriften müssen eingehalten werden. Nur mit ständiger Aktualisierung der Kenntnisse kann man Patienten und Angehörige angemessen betreuen und beraten.

Foto oben: ©Glen Bowman – Flickr.com