Einer MRSA-Studie der Universität Hamburg zufolge, ist der Krankenhaus Keim Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) durch verbesserte Präventionsmaßnahmen effektiver einzudämmen, wodurch 30 Prozent der oftmals tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten reduziert werden könnten.Zumal der MRSA gegen die gängigen Breitbandantibiotika resistent ist – normalerweise werden Staphylokokken von derartigen Antibiotika wirksam bekämpft – bekommen erhöhte Präventionsmaßnahmen einen immer höheren Stellenwert.
So ist neben einer speziellen Filterung der Luftsysteme in denen der MRSA „gescreent“ und in eine Art Isolierbox geleitet wird, auch eine effektivere Desinfektion von Praxiseinrichtungen, Praxismöbel, Laboreinrichtungen und Labormöbeln unerlässlich. Wurde bislang vermutet, dass der Träger des Keims, also der Patient, durch direkten Kontakt mit anderen Patienten oder mit dem Krankenhauspersonal den MRSA verbreitet, stellt die neue Studie heraus, dass überwiegend in den Laboren die Praxiseinrichtungen, Praxismöbel, Laboreinrichtungen und Labormöbel kontaminiert sind. Dieser Zustand ist überwiegend darauf zurück zu führen, dass in den Labors mit unterschiedlichsten Proben der unterschiedlichsten Patienten gearbeitet und getestet wird. Die Wahrscheinlichkeit hier den Erreger MRSA zu verbreiten ist somit besonders hoch.
Auch wenn die Hygiene-Standards in deutschen Krankenhäusern besonders hoch sind, lässt sich durch normale Desinfektion der absolut keimfreie Bereich nicht realisieren. Entsprechend dieser Erkenntnis und der Entwicklung der steigenden MRSA-Gefahr, sollten Laboreinrichtungen sowie Labormöbel verstärkt mit aldehydfreien Desinfektionsmitteln gereinigt werden. Rein auf Alkohol basierende Desinfektionsmittel, so wie sie überwiegend verwendet werden, sind nicht immer ausreichend.
Die Verwendung von neuer Desinfektionsmittel ist aber kein ausreichender Präventionsschutz. Vielmehr müssen die Hygiene-Strukturen der deutschen Krankenhäuser optimiert werden. Das beinhaltet neben der Installation von „Keim-Screen“ Luft-Filtersystem und einem angepassten Desinfektionsverhalten auch das „Screening“ von Patienten, so wie es auch vom Robert Koch Institut empfohlen wird. Dieses Screening bedeutet, dass in erster Linie Risiko-Patienten, also ältere Menschen nach chirugischen Eingriffen, präventiv nach der Operation hinsichtlich eines MRSA-Befalls gescreent (Laboruntersuchungen) werden. Lässt sich der Keim im Anfangsstadium des Befalls relativ betrachtet noch erfolgreich behandeln, steigt die Mortalität nach einem erst später diagnostiziertem Keim-Befall exponentiell an.
Pflegepersonal, Ärzte, Biologen und auch Pharmakologen werden aber zukünftig weiter in gemeinsamer Zusammenarbeit an der MRSA-Problematik arbeiten müssen, denn die derzeitigen Präventionsmaßnahmen reichen noch nicht aus um die MRSA-Mortalität auf ein signifikant niedriges Niveau zu senken.
Bild oben©larsklingbeil – Flickr.com

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